Artikel 2018

Artikel temporär archiviert!



Im März 2018:

Obdachlosigkeit mitten in einer Weltstadt

Die Nationalität oder das Glaubensbekenntnis eines obdachlosen Menschen darf nicht als Schicksalsbegründung herangezogen werden. Um in diesen ausgesprochen kalten Wintertagen einem Betroffenen karitative Hilfe zukommen zu lassen, ist es notwendig, dass solche schlimmen Krisenmomente öffentlich aufgezeigt werden.

 

Unfassbar!

 

Dieser bedauerliche Mann, an einer Bushaltestelle mitten in Kitzbühel, ist mir während der Fahrt zur Arbeit mit Entsetzen aufgefallen, sodass ich ihn spontan angesprochen habe und ihn nach seinem gesundheitlichen Zustand fragen musste. Es stellte sich bald heraus, dass er keine physischen Beschwerden hatte, aber die psychische Belastung konnte man sehr leicht erahnen.

 

„Ich komme aus Slowakei und bitte um einen Schlafsack und wenigstens eine Decke!“

 

Er sprach relativ gut Deutsch, nannte mir bereitwillig seinen Namen und wollte mir sofort seinen Ausweis zeigen, was ich aber ablehnte, weil ich es mir nicht anmaßen wollte bzw. durfte, einen Menschen in dieser absurden Situation auf seine Personendaten hin zu überprüfen. Dafür sind kommunale Institutionen wie das Sozialreferat, Stadtpolizei etc. zuständig.

 

Mag man als gut gesitteter und fest beheimateter Bürger über Ausländer denken, was man mag, aber auch Menschen aus einem anderen Land haben Anspruch auf menschliche Würde – kompromisslos.

 

Jede Hilfe zählt!

 

"Ich musste zur Arbeit und habe ihm 20 Euro als unterstützende Hilfe in die Hand gedrückt."

 

Hoffentlich werden zuständige Stellen durch meinen kleinen Bericht auf diese Problematik aufmerksam. 

 

Eine wirtschaftlich begünstigte Stadt, wie die Stadt Kitzbühel, hat sich in dieser Angelegenheit rasch zu positionieren und entsprechend Hilfe zu leisten.

 

 

 

Bericht/Fotos: Helmut Santer

-Freier Reporter-